Die Mittelalterstadt Rothenburg ob der Tauber: Eine weltbekannte Attraktion

Eine bayerische Kleinstadt namens Rothenburg ob der Tauber wird jedes Jahr von Touristen aus allen Ländern besucht und an manchen Tagen geradezu überrannt. Rothenburg befindet sich 60 km westlich von Nürnberg und ihre Wurzeln reichen bis in das Jahr 970 zurück, als im Stadtteil Detwang eine Pfarrei errichtet wurde. Dank Heinrich Toppler, der 1373 zum Bürgermeister von Rothenburg gewählt wurde, erweiterte sich die Stadt im 14. Jahrhundert enorm, denn er kaufte viele Besitztümer des verarmten Adels einfach auf. Sogar Christian I., damaliger König von Schweden, Norwegen und Dänemark, stattete der Stadt im Jahr 1474 einen Besuch ab.

Kurioses und Kulinarisches aus Rothenburg ob der Tauber

Eine kuriose Geschichte ist aus dem Dreißigjährigen Krieg über Rothenburg überliefert worden: General Graf von Tilly nahm mit 60.000 Mann Ende Oktober 1631 die Stadt ein, und um Rothenburg vor der kompletten Zerstörung durch die Truppen zu retten, soll laut der Legende Bürgermeister Georg Nusch 3,25 Liter auf einen Zug getrunken haben. Eine weitere interessante Begebenheit trug sich im Zweiten Weltkrieg zu: Der Amerikaner John Jay McCloy verhinderte einen weiteren Angriff auf Rothenburg durch die Alliierten, denn McCloys Mutter hatte Rothenburg bereits vor dem Krieg besucht und so von der Stadt geschwärmt, dass McCloy eingriff und Schlimmerem vorbeugte. So ging der Krieg in dieser bayerischen Kleinstadt bereits am 17.04.1945 zu Ende.

Sehenswürdigkeiten gibt es in Rothenburg natürlich viele – schon allein ein ausgedehnter Spaziergang durch die mittelalterliche Innenstadt ist lohnenswert, um die historischen Gebäude zu besichtigen und einen „Schneeballen“ zu essen. Der „Schneeballen“ ist ein Gebäck aus Mürbteig, das mit verschiedenen Glasuren aus Vollmilch-, Halbbitter- oder Weißer Schokolade überzogen wird und als Spezialität in der Region gilt.

Schneeballen Spezialität aus Rothenburg ob der Tauber

Schneeballen: Spezialität aus Rothenburg ob der Tauber – © mojolo- fotolia.com

Warum man früher eine Schandmaske trug

Wenn man sich schon in einer mittelalterlichen Stadt befindet, bietet sich auch gleich der Besuch im Kriminalmuseum an. Das Museum ist weit über die bayerischen Grenzen hinaus bekannt und gibt einen Überblick über eintausend Jahre deutsche Rechtsprechung. Gezeigt werden mittelalterliche Foltergeräte sowie die Praxis der Hexenverfolgung und man bekommt einen Eindruck davon, wie Gesetze und Verordnungen das Leben der Menschen peinlich genau kontrollierten.

Eine Schandmaske zum Beispiel musste derjenige tragen, der sich als zu geschwätzig oder neugierig erwiesen hatte. Darüberhinaus stellte man die Person auf dem Marktplatz an den Pranger und hängte ihm ein Schild mit seinem Vergehen um den Hals. Und was machte man mit Verbrechern, die etwas Größeres angestellt hatten? Die kamen dann ins Verlies! Der bereits oben erwähnte Bürgermeister Heinrich Toppler war im Historiengewölbe von Rothenburg inhaftiert, dessen acht Gewölbe besichtigt werden können, unter anderem auch die Verliese und Folterkeller.

Altstadt von Rothenburg ob der Tauber

Altstadt von Rothenburg ob der Tauber – © Frank- fotolia.com

Der berühmte Riemenschneideralter in der St. Jakob Kirche

In der Stadtkirche St. Jakob befindet sich ein holzgeschnitzter Altar von Tilman Riemenschneider, einem der wichtigsten Bildhauer im 15. Jahrhundert. Der Heiligblutaltar entstand zwischen 1500 und 1505 und wurde für eine Reliquie hergestellt, die einen verschütteten Tropfen Wein vom letzten Abendmahl enthält. Laut der Legende wurde durch Wandlung dann dieser Tropfen zum Blut von Jesus Christus. Der Altar zeigt in einer eindrucksvollen Holzschnitzarbeit den Einzug von Jesus in Jerusalem, das letzte Abendmahl mit seinen Jüngern und die Predigt auf dem Ölberg.

 Weitere Informationen finden Sie hier:

http://www.tourismus.rothenburg.de/

2017-07-30T21:32:49+00:00