Die Bastei in Sachsen

Das Kleinod unter den Mittelgebirgen Deutschlands ist unbestritten das Elbsandsteingebirge in Sachsen, auch Sächsische Schweiz genannt. Der Besucher wird von einer eindrucksvollen Landschaft, lang gestreckten Tafelbergen und einem majestätischen Fluss, der das Ganze durchzieht, begrüßt. Die Natur hat hier in einem Zeitraum von ein paar Millionen Jahren einen unvergesslichen Ort geschaffen. Das Elbsandsteingebirge dehnt sich auf einer Fläche von 700 Quadratkilometern über Deutschland bis nach Tschechien aus. Eines der bekanntesten Felsengefüge des Elbsandsteingebirges ist die Bastei, die sich in der Gemeinde Lohmen, zwischen den Orten Rathen und Wehlen befindet.

 

Basteibrücke in der Sächsichen Schweiz

Basteibrücke in der Sächsichen Schweiz – © andiz275- fotolia.com

Die Bastei: Anziehungspunkt für Touristen

Bereits in früheren Zeiten diente das senkrechte Gestein der Bastei zur Verteidigung der Felsenburg Neurathen. In den letzten zwei Jahrhunderten entwickelte sich dieser Ort zu einem Ausflugsziel für Touristen. Bereits Ende des 18. Jahrhunderts findet die Bastei Erwähnung in Reiseführern, und auch Künstlern blieb das romantische und weitläufige Panorama nicht verborgen: Caspar David Friedrich oder Ludwig Richter kamen, um zu malen. Aus diesem Grunde wurde auch ein Weg nach den vielen Künstlern benannt, die im Laufe der Zeit die Bastei aufsuchten: der Malerweg. Der Malerweg ist ein Wanderweg, der 112 km lang ist und unter anderem über Orte wie Pirna, Lohmen, Hohnstein und den Lichthainer Wasserfall verläuft. 1851 erbaute man die Basteibrücke, welche ebenfalls aus Sandstein besteht. Angeblich sollen von dieser Brücke aus 1853 die ersten Fotos einer Landschaft in Deutschland geschossen worden sein.

 

Blick auf Rathen in der Sächsischen Schweiz

Blick auf Rathen in der Sächsischen Schweiz – © 3plusx- fotolia.com

Die Felsenburg Neurathen: Mittelalterliche Überreste und ein historischer Rundgang

Menschen entdeckten schon früh die Vorteile einer Felsenlandschaft, denn gerade zu Verteidigungszwecken eignet sie sich hervorragend. Die Felsenburg taucht in den Urkunden zum ersten Mal im Jahre 1289 auf. Eigentlich war sie eine Doppelanlage und somit ein recht großer Bau: Die Burganlage dehnte sich auf dem Felsen 700 m in die Länge und 100 m in die Breite aus. Adelige aus Böhmen hatten sich dort zunächst angesiedelt, bevor sie nach mehrmaligen Auseinandersetzungen dann in den Besitz der Kurfürsten von Sachsen überging.

Heutzutage ist von der Felsenburg nur noch eine Ruine übrig, denn sie bestand zu großen Teilen aus Holz – weshalb nur noch die in Stein gehauenen Räume und Durchgänge erhalten sind. Dank archäologischen Untersuchungen und Ausgrabungen konnte man jedoch die Felsenburg in einem Freilichtmuseum wieder rekonstruieren. Ein Rundgang mit 24 Tafeln, auf denen die Geschichte der Felsenburg näher erläutert wird,  bietet die Möglichkeit, Überreste der Burg anzusehen. Der Rundgang fängt an der Basteibrücke an, von der man in die Vogeldelle hinabsteigt. An den Felswänden kann man noch die Spuren von früheren Absperrungen aus dem Mittelalter sehen. Weiter geht es zur großen Steinschleuder, mit der man im Mittelalter versuchte, Feinde und Eindringlinge abzuhalten, und zum Neurathener Felsentor, das noch die Überreste von Wohnräumen und die eines großen Tores aufzeigt. Allgemein bietet die Felsenburg dem Besucher die tolle Möglichkeit, auf den mittelalterlichen Spuren von Rittern und Burgfräuleins zu wandeln.

Weitere Informationen:

www.lohmen-sachsen.de

2017-07-30T23:35:35+00:00