Trier: Die älteste Stadt Deutschlands

Gegründet wurde die Stadt Trier von den Römern im Jahr 16 v. Chr. als „Augusta Treverorum“ – und ist somit die älteste Stadt Deutschlands. Über 2000 Jahre Geschichte kann man heute in Trier bewundern – von römischen Bauten wie der Porta Nigra und den Kaiserthermen bis hin zum ältesten Bischofsdom Deutschlands ist die Stadt reich an herausragenden Bauwerken, die seit dem Jahr 1986 auch als Weltkulturerbe der UNESCO ausgezeichnet sind.

Römische Spuren in Trier

Trier wurde im Jahr 16. v. Chr. als „Augusta Treverorum“ gegründet – übersetzt „Stadt des Augustus im Land der Treverer“. Die heute noch erhaltenen römischen Bauwerke in Trier zeugen vom Reichtum der Stadt, die sie bis zum Ende des 2. Jahrhunderts erlangte.

Porta Nigra Trier

Porta Nigra © ttm GmbH

Die Porta Nigra, das bekannte römische Stadttor Triers, ist das am besten erhaltene römische Stadttor nördlich der Alpen und wurde um 180 n. Chr. errichtet. Den Namen „Porta Nigra“ („Schwarzes Tor“) erhielt es erst im Mittelalter; er ist wohl auf umweltbedingte Verschmutzung zurückführen.

Konstantinsbasilika Trier

Konstantinsbasilika © ttm Trier

Die sogenannte Konstantinsbasilika war einst der Thronsaal von Kaiser Konstantin und ist der größte Einzelraum, der aus der Antike erhalten geblieben ist. Die Römer wollten durch die Architektur Größe und Macht des Kaisers ausdrücken. Die ohnehin beeindruckende Raumtiefe wurde durch optische Raffinessen noch unterstrichen. Einst war das Gebäude mit Marmor, Mosaiken und Statuen geschmückt und durch den Marmorfußboden heizbar. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wird die Palastaula als die erste und älteste protestantische Kirche im katholischen Trier genutzt.

Zu den Hauptattraktionen Triers zählen die Kaiserthermen, die jüngste der drei römischen Badeanlagen Triers. Sie wurden zu Anfang des 4. Jahrhunderts begonnen und gehörten damals zu den größten Badeanlagen des römischen Reiches. Das ankommende kalte Wasser wurde in insgesamt sechs Kesselräumen aufgeheizt, von denen noch vier sichtbar sind. Nicht nur oberirdisch kann man die Thermen besichtigen, sondern auch unterirdisch, wo man die Bedienungsanlage besuchen kann.

Kaiserthermen Trier

Kaiserthermen © ttm Trier

Die Barbarathermen entstanden im 2. Jahrhundert n. Chr. und waren neben den Trajansthermen in Rom die zweitgrößten Thermen ihrer Art. Heute ist von der prachtvollen Größe nicht mehr viel zu erkennen, da die Thermen, wie zahlreiche andere Bauten auch, jahrhundertelang als Steinbruch dienten.

Etwa 500 m von den Kaiserthermen entfernt erstreckt sich das Amphitheater, das schon 100 n. Chr. erbaut wurde. Es fasste damals etwa 20.000 Zuschauer – ein Beweis für den Reichtum Triers. Das Amphitheater wurde bis Anfang des 5. Jahrhunderts genutzt. Später im Mittelalter wurde es wie zahlreiche andere Bauten als Steinbruch zweckentfremdet.

Amphitheater Trier

Amphitheater © ttm Trier

Römerbrücke Trier

Römerbrücke © ttm GmbH

Die Römerbrücke über die Mosel ist der älteste römische Brückenbau nördlich der Alpen – und sie ist dank ihrer Ausmaße und ihrer Stabilität sogar dem modernen Verkehr von heute problemlos gewachsen. Die Brücke entstand gleichzeitig mit der Stadt im Jahr 16. v. Chr., erfuhr in späteren Jahrunderten jedoch einige Umbaumaßnahmen. Von den heute sieben Pfeilern gehen noch heute fünf auf die Römerzeit zurück, die im 2. Jahrhundert entstanden sind.

Die Igeler Säule ist ein Grabmonument der Tuchhändlerfamilie der Secundinier um 250 n. Chr. und ist heute das größte römische Pfeilergrab nördlich der Alpen.

Dom und Liebfrauenkirche: Eine einzigartige Kirchenanlage

Der Trierer Dom, die älteste Bischofskirche Deutschlands, steht mitten im Stadtzentrum über einer ehemaligen konstantinischen Palastanlage, die im frühen 4. Jahrhundert durch die größte christliche Kirchenanlage der Antike überbaut wurde. Unter dem Gebäude können noch die Reste der ersten frühchristlichen Versammlungsstätte nördlich der Alpen aus dem späten 3. Jahrhundert und die Reste der ersten Basilika besichtigt werden. Der heutige Dom enthält noch den römischen Kernbau mit Originalmauern. Nach Teil-Zerstörungen im 5. und 9. Jahrhundert wurde der intakt gebliebene antike Kernbau durch romanische Anbauten erweitert, im 17. Jahrhundert folgte eine weitere Umgestaltung im barocken Stil. Die älteste deutsche Bischofskirche zeigt so mit ihren drei Krypten, dem Kreuzgang und der Domschatzkammer Architektur aus einer Zeitspanne von über 1750 Jahren.

Trierer Dom

Trierer Dom © ttm Trier

Liebfrauenkirche Trier

Liebfrauenkirche © ttm Trier

Unmittelbar neben dem Trierer Dom steht die früheste gotische Kirche in Deutschland, die im 13. Jahrhundert erbaute Liebfrauenkirche. Auch für den Bau der Liebfrauenkirche wurden teilweise die Fundamente der Vorgängerkirche benutzt. Die Kirche ist mit einem Kreuzgang und einem Durchgang mit dem Dom verbunden, was von der engen Beziehung der beiden Gotteshäuser zeugt.

2017-04-05T10:08:34+00:00