Die Wartburg: 1000 Jahre deutsche Geschichte

Die Wartburg hoch über Eisenach ist wahrscheinlich Deutschlands bekannteste Burg – und eine der bedeutendsten. 1000 Jahre deutsche Geschichte haben die Burg geprägt, die zu den am besten erhaltenen Burgen des deutschen Mittelalters zählt. Seit 1999 gehört die Burg zum Weltkulturerbe der UNESCO, die nicht nur Martin Luther Schutz bot.

 

Burghof der Wartburg

Burghof der Wartburg © Wartburg-Stiftung Eisenach

Die Geschichte der Wartburg

Wartburg, Elisabethkemenate

Wartburg, Elisabethkemenate © Blickfang – fotolia.com

Gegründet wurde die Wartburg wohl um 1067 von Ludwig dem Springer; erstmals urkundlich erwähnt wurde sie im Jahr 1080. Der Name bedeutet Warte, also Wach- oder Wächterburg. Die Gründungssage der Burg erwähnt die Schwurschwerter der Wartburg: laut dieser Sage soll Ludwig der Springer mit den Worten „Wart! Berg, du sollst mir eine Burg werden!“ die Gründung der Burg verkündet haben. Da ihm der Berg jedoch nicht gehörte und er ihn mit seinen 12 Rittern auch nicht hätte erobern können, bediente er sich eines Tricks: er schaffte Erde von seinem Herrschaftsgebiet heran und streute diese auf dem Berg aus. Seine Ritter rammten ihre Schwerter in den Boden und schworen, dass sie gänzlich in Ludwigs Boden steckten. So konnte der Bau der Burg beginnen. Aus den Anfangszeiten der Burg ist kaum etwas übriggeblieben; aus dem 12. Jahrhundert stammt der Palas, der mit seinem prachtvollen Festsaal als Musterbeispiel und Kostbarkeit spätromanischer Baukunst gilt. Ebenfalls noch aus dem 12. Jahrhundert stammen die östliche Ringmauer und Teile des Torhauses.

Festsaal auf der Wartburg

Festsaal auf der Wartburg © Andreas Weise / Thüringer Tourismus GmbH

Die Wartburg und ihre Bedeutung in der deutschen Geschichte

Die Wartburgbibel

Die Wartburgbibel © Wartburg-Stiftung Eisenach

1000 Jahre Geschichte hat die Wartburg zu bieten – von der höfischen Kunst des Mittelalters über das Leben und Wirken der heiligen Elisabeth und dem Fest der deutschen Burschenschaften bis hin zum sagenumwobenen Sängerkrieg und Wagners romantischer Oper „Tannhäuser“. All das ist ebenso mit der Wartburg verbunden wie Martin Luther, der in den Jahren 1521/22 auf der Burg als „Junker Jörg“ Schutz suchte und hier in einer kleinen, spartanisch eingerichteten Stube das Neue Testament ins Deutsche übersetzte. Auch Goethe hat sich mit der Wartburg befasst – auf seine Initiative geht die Kunstsammlung der Burg mit ihren Schätzen aus acht Jahrhunderten zurück. Die wertvolle Sammlung umfasst berühmte Gemälde von Lucas Cranach, wertvolle Bildteppiche, Plastiken Tilmann Riemenschneiders, Kunsthandwerk der Renaissance und qualitätvolles Mobiliar.

Lutherstube in der Wartburg

Lutherstube in der Wartburg © Wartburg-Stiftung Eisenach

2017-10-09T11:23:51+00:00