Die Speicherstadt: Weltkulturerbe in Hamburg

Hamburg hat eine ganze Menge zu bieten – und seit 2015 auch ein von der UNESCO ausgezeichnetes Weltkulturerbe: Die Speicherstadt sowie das angrenzende Kontorhausviertel mit dem Chilehaus. Das Ensemble steht für den Aufstieg Hamburgs zur Weltstadt und hat den Wandel der Zeit nahezu unbeschadet überstanden. Heute präsentiert sich die Speicherstadt als lebendiges Kulturquartier – die erst kürzlich eröffnete Elbphilharmonie zeigt eindrucksvoll, wie sich die Speicherstadt wiederum ein neues Gesicht gegeben hat.

 

Speicherstadt

Speicherstadt Abendstimmung © www.mediaserver.hamburg.de / Christian Spahrbier

Die Speicherstadt: Geburtsort der modernen City

Kontorhausviertel mit Durchgang Chilehaus

Kontorhausviertel mit Durchgang Chilehaus © www.mediaserver.hamburg.de / Union Investment

Die historische Speicherstadt zeugt von einer ganz besonderen Entwicklung: War die Innenstadt einst Wohnraum für die Bevölkerung, entwickelte sich der Stadtkern Ende des 19. Jahrhunderts zu verschiedenen Dienstleistungsquartieren. Die Speicherstadt wurde zum Zentrum des Handels ausgebaut, und wenige Meter weiter östlich entstanden die ersten Bürogebäude – die  sogenannten Kontorhäuser, die ersten reinen Verwaltungsgebäude Europas. Die Speicherstadt wurde somit zum Geburtsort der modernen City. Die zwischen 1885 bis 1927 errichtete „Stadt aus Speichern“ mit ihrem Verbindungsnetz aus Straßen, Kanälen und Brücken ist der größte zusammenhängende Lagerhauskomplex der Welt und fast komplett in neugotischer Backstein-Architektur errichtet. Auf dicken Eichenpfählen wurden die Lagerhäuser ab 1883 als Teil des Hamburger Freihafens errichtet. Damals lagerten in den Speichern Kaffee, Tee und Gewürze, heute sind es vor allem elektronische Waren und Teppiche, zudem haben sich in der Speicherstadt große Werbe- und PR-Agenturen, Showrooms kleiner Designer und die Trainingsräume der Musicalstars von morgen angesiedelt.

Das Chilehaus: Eines der ersten Hochhäuser Hamburgs

Chilehaus, Portal B

Chilehaus, Portal B © Carl-Juergen Bautsch – fotolia.com

Das Chilehaus wurde im Jahr 1922 errichtet – als eines der ersten Hochhäuser Hamburgs und schon damals dank seiner ungewöhnlichen Architektur, die einem Schiffsbug nachempfunden ist, eine der Sehenswürdigkeiten der Stadt. Errichtet wurde es aus 4,8 Millionen handgeschichteten Backsteinziegeln – eine Ikone des Backsteinexpressionismus. Beim Bau des Chilehauses mussten einige Besonderheiten berücksichtigt werden: Durch die Nähe zum Zollkanal und zur Elbe war der Baugrund sehr weich, so dass Höhenunterschiede durch Sockelgeschosse ausgeglichen werden mussten. Der Heizungsraum in Form eines beweglichen Senkkastens ist vor Springfluten geschützt, da er einfach auf dem Wasser schwimmt. Der Name „Chilehaus“ geht übrigens auf den Bauherrn und Unternehmer Henry B. Solman zurück, der mit dem Handel von Salpeter aus Chile ein Vermögen von 60 Millionen Mark gemacht hatte.

Chilehaus

Chilehaus © www.mediaserver.hamburg.de / Manuel Lebowsky

2017-09-08T16:12:03+02:00
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