Der Kaiserdom zu Speyer

Die größte romanische Kirche der Welt

Der Kaiser- und Mariendom zu Speyer (offizieller Name: Domkirche St. Maria und St. Stephan) wurde im Jahr 1061 geweiht und ist die größte erhaltene romanische Kirche der Welt. Seit dem Jahr 1981 steht der Dom auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes und gehört zum Hauptwerk romanischer Baukunst in Deutschland.

Der Bau des Kaiserdoms zu Speyer

Kaiserdom zu Speyer, Rhein-Neckar-Gebiet

Kaiserdom zu Speyer, Westfassade © VRD – fotolia.com

Wohl im Jahr 1027 gab der salische Herrscher Konrad II. den Auftrag zum Bau der romanischen Kathedrale in Speyer – mit einem ehrgeizigen Ziel, denn der Dom sollte die längste Kathedrale der Welt werden. Der Dombau untermauerte den Herrschaftsanspuch Konrads als Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Er selbst erlebte die Fertigstellung des Doms nicht mehr; als er im Jahr 1039 in der Kathedrale beigesetzt wurde, war diese noch eine Baustelle.

Blick auf Alstadt und Dom in Speyer

103257775 – Speyer © Utirolf – fotolia.com

Erst unter Kaiser Heinrich IV., dem Enkel des Gründers, konnte der Dom im Jahr 1061 geweiht werden – doch nur 20 Jahre später ließ der Kaiser umfangreiche Umbauarbeiten am Dom vornehmen, die praktisch einem Neubau gleichkamen. Unter Heinrich IV. wurde der Dom vergrößert, bekam das größte Gewölbe seit der Antike und erhielt sein heute noch sichtbares Erscheinungsbild. Der Kaiser erreichte so das Ziel des Domgründers: die längste Kathedrale der Welt zu errichten. In den folgenden Jahrhunderten erlitt der Dom immer wieder schwere Zerstörungen; zunächst 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg, als Teile des Doms abbrannten, dann, nach dem Ende der Wiederaufbauarbeiten, brach die Französische Revolution aus. Beinahe wäre die Kathedrale im Jahr 1806 abgerissen worden. Im 19. Jahrhundert schließlich erhielt der Dom seine heutige Westansicht, die sich deutlich vom älteren Gebäudeteil abhebt.

Dom zu Speyer Innenansicht

Dom zu Speyer, Innen, Mittelschiff, Blick von Chorempore Richtung Osten – Foto: GDKE – Landesmuseum Mainz; Ursula Rudischer © Domkapitel Speyer

Sehenswertes im Kaiserdom zu Speyer

Dom zu Speyer, Krypta

Dom zu Speyer, Krypta – Foto: GDKE – Landesmuseum Mainz; Ursula Rudischer © Domkapitel Speyer

Sehenswert im Inneren des Doms ist vor allem die Krypta, der älteste Teil des Doms, die aufgrund ihrer Größe, ihrer klaren geometrischen Gliederung und des Farbspiels der Gurtbögen als eine der schönsten des Abendlandes gilt. Von der Krypta aus ist durch einen Zugang nach Westen die schlichte Grablege der mittelalterlichen Herrscher zu erreichen. Der im Westbau befindliche Kaisersaal beherbergt neun monumentale Fresken des Malers Johann Baptist Schraudolph, die ehemals an den Wänden des Querhauses zu sehen waren. Die Bilder zeigen Szenen aus dem Leben des heiligen Bernhard von Clairvaux, des heiligen Erzmärtyrers Stephanus und des Papstes Stephan I., dessen Kopfreliquie im Dom verehrt wird. Auf dem Südwestturm des Doms befindet sich in rund 60 Metern Höhe eine Aussichtsplattform. Dort erwartet die Besucher ein einzigartiger Rundblick über die Stadt Speyer, die Vorderpfalz und in die badische Nachbarschaft. Zudem ist der Speyrer Dom die erste Kirche mit einer vollständig umlaufenden, begehbaren Zwerggalerie. Sehenswert ist auch der Domschatz im nahegelegenen Historischen Museum der Pfalz, der die Grabfunde aus den Gräbern der im Speyerer Dom bestatteten Herrscher zeigt – etwa die Grabkronen der salischen Kaiser, den Reichsapfel Heinrichs III. und den Goldring Heinrichs IV.

Kaisersaal im Dom zu Speyer

Dom zu Speyer, Kaisersaal, Fresken, Johann Schraudolph, Ankunft des heiligen Bernhard von Clairvaux, Marienkrönung, Weihe des heiligen Stephanus zum Diakon – Foto: Klaus Landry © Domkapitel Speyer

 

2017-07-30T23:15:15+00:00