Das Gartenreich Dessau-Wörlitz

Das Gartenreich Dessau-Wörlitz entstand in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts an der mittleren Elbe und liegt zwischen der Bauhausstadt Dessau und der Lutherstadt Wittenberg. Das Gartenreich erstreckt sich über 142 qkm und vereinigt als erster englischer Landschaftsgarten Kontinentaleuropas Gartengestaltung und Architektur in einzigartiger Harmonie. Seit dem Jahr 2000 gehört es zum Weltkulturerbe der UNESCO.

 

Weiße Brücke im Wörlitzer Park, Gartenreich Dessau-Wörlitz

Weiße Brücke im Wörlitzer Park © LianeM – fotolia.com

Die Entstehung des Gartenreichs Dessau-Wörlitz

Wörlitzer Schloss, Gartenreich Dessau-Wörlitz

Wörlitzer Schloss © LianeM – fotolia.com

Das Gartenreich geht maßgeblich auf Prinz Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau zurück, der im Jahr 1758 im Alter von 18 Jahren die Regentschaft in dem kleinen Fürstentum übernahm. Nach mehreren Bildungsreisen vor allem nach Großbritannien, aber auch nach Italien und Frankreich begann der Fürst im Jahr 1765 mit der ersten Gestaltung des künftigen Gartenreichs. So wurden die Wörlitzer Anlagen der erste Landschaftsgarten Kontinentaleuropas. In den Jahren 1769 bis 1813 wurden das Wörlitzer Schloss als erster klassizistischer Bau Deutschlands sowie das Gotische Haus im Stil der Neugotik errichtet. Des Weiteren wurden verschiedene Landschaftsgärten in der Umgebung miteinander vernetzt und so auch ältere Bauwerke in das Gesamtkonzept miteinbezogen wie etwa die Schlösser Oranienbaum und Mosigkau. Die Einzelgärten, die oftmals Kleinarchitekturen und Plastiken zieren, sind durch Alleen, Deichwege und Sichtachsen miteinander verbunden. So entstand eine im europäischen Maßstab einzigartige Gartenanlage.

Wörlitzer Park, Gartenreich Dessau-Wörlitz

Wörlitzer Park © pure-life-pictures – fotolia.com

Sehenswerte Bauwerke im Gartenreich Dessau-Wörlitz

Schloss Oranienbaum, Gartenreich Dessau-Wörlitz

Schloss Oranienbaum © pure-life-pictures – fotolia.com

Die herausragende Bedeutung der historischen Landschaftsgärten mit ihren Bauwerken und Gartenplastiken erklärt sich durch die weiträumige Landschaftsgestaltung, die mehrere Landschaftsgärten miteinander vernetzt, die Synthese verschiedener Kunstgattungen sowie der Pädagogisierung der Landschaft als Ausdruck aufklärerischer Reformideen durch öffentliche Zugänglichkeit der Gärten und Bauten.

Schloss Mosigkau, Gartenreich Dessau-Wörlitz

Schloss Mosigkau © Stockfotos-MG – fotolia.com

Sehenswert im Gartenreich Dessau-Wörlitz sind etwa das Schloss Wörlitz, der Gründungsbau des deutschen Klassizismus, der noch die originale Inneneinrichtung vom Ende des 18. Jahrhunderts enthält, das Schloss Oranienbaum, ein in Deutschland seltenes Beispiel für eine weitgehend niederländisch geprägte Barockanlage, das Rokoko-Schloss Mosigkau, das Luisium, der klassizistische Landsitz der Fürstin Louise von Anhalt-Dessau sowie das Schloss Georgium mit seinem Landschaftsgarten. Eingebettet sind diese bedeutenden Bauwerke in eine grüne Parkanlage mit Wiesen, Wäldern, Deichen, Seen und Flüssen, die zu Wanderungen, Radtouren und Gondelfahrten einladen.

Dessauer Schloss Georgium, Gartenreich Dessau-Wörlitz

Dessauer Schloss Georgium © ArTo – fotolia.com

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