Das Europäische Hansemuseum in Lübeck

Das Europäische Hansemuseum in Lübeck liegt auf der nördlichen Seite der Altstadtinsel und ist das größte Museum zur Hansegeschichte. Seit 2015 kann man sich hier, in einem Neubau mit angeschlossenem ehemaligen Dominikanerkonvent, mittels beeindruckender Rauminszenierungen, Kabinette mit wertvollen Originalobjekten, neuester Museumstechnik und interaktiver Angebote durch 800 Jahre Hansegeschichte begeben.

Die Ausstellung im Europäischen Hansemuseum

Europäisches Hansemuseum, Steppwams aus dem 15. Jahrhundert

Europäisches Hansemuseum, Steppwams aus dem 15. Jahrhundert © Olaf Malzahn

Das Europäische Hansemuseum Lübeck zeigt die facettenreiche Entwicklung der Hanse von einem anfänglichen Kaufmannsbund hin zu einer nordeuropäischen Großmacht mit einem Netz von über 200 Partnerstädten. Der Wagemut der Hansekaufleute, das Leben in der Fremde, Reichtum, Prunk und Pracht sowie der alles Handeln bestimmende Glaube sind ebenso Thema der Ausstellung wie die endgültige Auflösung des einstigen Handelsnetzwerkes. Dabei wird den Besuchern die Möglichkeit gegeben, besondere Schlüsselereignisse der Hansegeschichte in rekonstruierten Szenen zu erkunden. So erfahren die Besucher bei ihrem Rundgang durch die Ausstellung, wie es sich in den auswärtigen Niederlassungen der Hanse, den sogenannten Kontoren, zugetragen haben könnte. Sie begehen eine belebte Verkaufshalle in Brügge, den prunkvollen „Stalhof“ in London sowie einen wichtigen Umschlagplatz, vor allem für Stockfisch, in Bergen. Und auch Lübeck, das sogenannte „Haupt der Hanse“, ist immer wieder Ort bedeutender Momente in deren Entwicklung. Hier werden beispielsweise die Auswirkungen der Pest im 14. Jahrhundert thematisiert, deren Ausbreitung in ganz Europa ein Indiz für die hohe Mobilität der niederdeutschen Kaufleute war. Außerdem wird die Versammlung von Vertretern der Hansestädte beim sogenannten Hansetag in Szene gesetzt.

Europäisches Hansemuseum, Infografiken

Europäisches Hansemuseum, Infografiken © Olaf Malzahn

In der Ausstellung veranschaulichen zudem zahlreiche wertvolle Originalobjekte, seltene Dokumente, Gemälde und Sammlungsstücke eindrucksvoll das Leben und Arbeiten der niederdeutschen Kaufleute. Zu den Besonderheiten gehören unter anderem Gold-und Silbermünzen aus dem Lübecker Münzschatz, die seit Mitte des 16. Jahrhunderts in der Hansestadt vergraben waren. Außerdem wird den Besuchern an interaktiven Medienstationen und durch Informationsgrafiken ermöglicht, wirtschaftliche Zusammenhänge, Reiserouten und das Alltagsgeschehen zur Zeit der Hanse ausführlich zu ergründen.

Architektur und Burgkloster

Europäisches Hansemuseum, Hauptansicht

Europäisches Hansemuseum, Hauptansicht © Werner Huthmacher

Ein weiterer wesentlicher Bestandteil des Hansemuseums ist das Burgkloster zu Lübeck, eine der bedeutendsten mittelalterlichen Klosteranlagen Norddeutschlands. In einem gesonderten Rundgang durch das Kloster erfahren die Besucher Einzelheiten zur Geschichte des Klosters. Außerdem können sie sich die besonderen Schmuckfußböden in der Sakristei und dem Hospital, Wandmalereien aus verschiedenen Epochen und die für den Konvent äußerst bedeutsamen Schlusssteine der Gewölbe erläutern lassen.

Die Architektur des Museumsneubaus setzt mit einer Mischung aus handwerklich feinster Backsteinmaterialität und eleganter Moderne ein selbstbewusstes Zeichen in den Stadtraum. Terrassen, Höfe, ein Spielplatz und die Gastronomie ermöglichen einen grandiosen Blick auf Stadt und Hafen und schaffen so einen Ort von hoher Aufenthaltsqualität.

Europäisches Hansemuseum
An der Untertrave 1
D-23552 Lübeck
www.hansemuseum.eu

2017-11-14T10:19:07+01:00