Das Bauhaus in Weimar und Dessau: Architektur von Weltrang

1919 von Walter Gropius in Weimar gegründet, revolutionierte das Bauhaus als Hochschule für Gestaltung das künstlerische und architektonische Denken und Arbeiten des 20. Jahrhunderts – und das nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Die originalen Bauten des Bauhauses in Weimar und Dessau stehen für das beginnende Zeitalter der Moderne – und gehören seit 1996 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Die Geschichte des Bauhauses

Das Bauhaus existierte nur 14 Jahre – von 1919 bis 1933, und doch wurde es zur bedeutendsten Schule für Architektur, Design und Kunst im 20. Jahrhundert. Das Bauhaus fand seine eigene Antwort auf die Industrialisierung und ihre Folgen: Architektur, Handwerk und Kunst sollten in idealer Einheit verbunden werden, die zuvor an den Akademien getrennten Künste sollten wiedervereint werden. Das Staatliche Bauhaus war als Arbeitsgemeinschaft gedacht, die Unterscheidung zwischen Kunst und Handwerk sollte aufgehoben werden. Für seine neue Hochschule in Weimar konnte Gropius bedeutende Künstler wie Lyonel Feininger, Johannes Itten, Josef Albers, Paul Klee, Wassily Kandinsky und Oskar Schlemmer gewinnen. Finanziell und politisch unter Druck geraten, zog man 1925 nach Dessau um, wo die Hochphase der Bauhaus-Architektur begann; darum befinden sich die meisten Bauhaus-Bauten in Dessau. Unter dem Nationalsozialismus 1933 wurde das Bauhaus endgültig geschlossen, Studenten und Architekten trugen die Idee jedoch in die ganze Welt.

Meisterhaus Haus Muche/Schlemmer (1925–26), Architekt Walter Gropius © Foto: Yvonne Tenschert, 2011, Stiftung Bauhaus Dessau

Meisterhaus Haus Muche/Schlemmer (1925–26), Architekt Walter Gropius © Foto: Yvonne Tenschert, 2011, Stiftung Bauhaus Dessau

Bauhaus-Bauten in Weimar

Haus am Horn (Architekt: Georg Muche, 1923), Weimar, 2011 © Stiftung Bauhaus Dessau, Foto: Christoph Petras

Haus am Horn (Architekt: Georg Muche, 1923), Weimar, 2011 © Stiftung Bauhaus Dessau, Foto: Christoph Petras

Das Hauptgebäude der Bauhaus-Universität in Weimar, 1904 bis 1911 unter Henry van de Velde errichtet, ist eine der bedeutendsten Kunstschul­bauten der Jahrhundertwende und war im Jahr 1919 Gründungsort des Bau­hauses – der Bau zeigt beispielhaft die Einheit von Form und Funktion, ein Leitgedanke des Bauhauses. Die einzige in Weimar realisierte Bauhausarchitektur ist das Musterhaus von Georg Muche, das Haus am Horn aus dem Jahr 1923.

 

 

Bauhaus-Bauten in Dessau

Meisterhäuser in Dessau, Ansicht Straßenseite (Architekt: Walter Gropius, 1926), 2009 © Stiftung Bauhaus Dessau, Foto: Martin Brück

Das Bauhausgebäude ist ein Schulgebäude und wurde von Walter Gropius entworfen, errichtet wurde es in den Jahren 1925 bis 1926. Gropius führte hier eine Idee weiter, die er bereits vor dem 1. Weltkrieg beim Bau des Fagus-Werks in Alfeld an der Leine verwirklicht hatte. Ebenfalls von Gropius entworfen wurden die Meisterhäuser, die im Auftrag der Stadt Dessau für die Bauhausmeister und den Direktor zur gleichen Zeit errichtet wurden. Geprägt werden die Häuser von ineinander verschachtelten, unterschiedlich hohen kubischen Körpern. Zu den Bewohnern gehörten László Moholy-Nagy und Lyonel Feininger, Georg Muche, Oskar Schlemmer, Wassily Kandinsky und Paul Klee, Hannes Meyer, Ludwig Mies van der Rohe, Josef Albers, Hinnerk Scheper und Alfred Arndt.

2017-12-11T12:04:56+01:00
Adventskalender 2017